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Training mit Erkältung - Ja oder Nein?

zuletzt geändert am 05.10.2022


Auch dem stärksten Typen passiert das mal. Das Immunsystem schwächelt, die Nase läuft und das Übel schreitet schnell voran. Wenn dann gerade gute Erfolge im Training verzeichnet wurden, stellt sich gern die Frage, ob auch mit Erkältung weiter trainiert werden darf, damit bloß nichts verloren geht.

Was ist richtig?

Grundsätzlich ist eine Erkältung ein wichtiger Grund für eine Trainingspause. Der Körper braucht nun Energie, um den Infekt abzuwehren.  Zwar unterstützt ein regelmäßiges, moderates Training  (besonders an der frischen Luft) nachweislich den Aufbau eines gesunden und starken Immunsystems. Intensives Training hingegen hat den Effekt, das Immunsystem kurzzeitig zu schwächen (open Window Effekt). Der Mensch wird gerade nach einer anstrengenden Trainingseinheit anfälliger. Ganz besonders dann, wenn schon ein Infekt im Anflug ist, wird dieser Aspekt relevant.

Bewegung ist gut, aber Belastung meiden

Ob Bewegung den Körper bei der Genesung unterstütz, hängt von der Stärke des Infektes ab. Je stärker der Infekt, je mehr kann auch leichte Bewegung den Körper belasten. Besonders, wenn der Infekt halsabwärts rutscht und Bronchien und Lunge verschleimt. Das Körpergefühl ist hier der wichtigste Ratgeber.

Grundsätzlich kann leichte Bewegung während einer Erkältungen sogar ratsam sein. Zum Beispiel ein kurzer Spaziergang bei frischer Luft, um das Haus. Tagelang bei trockener Heizungsluft auf dem Sofa zu liegen, reduziert nämlich die Stoffwechselrate, besonders in den Atemwegen und schwächt wiederum die Immunantwort des Körpers auf den Infekt.

Wie lange dauert die Sportpause?

Nach Abklingen aller Symptome kann wieder trainiert werden. Die ersten Trainingseinheiten dürfen dann gern etwas entspannter ausfallen zur Gewöhnung. Ist der Infekt jedoch noch nicht ganz auskuriert nach dem Trainingsstart, kann die Erkrankung verschleppt werden, zurückkommen oder sogar zu einer gefährlichen Folgeerkrankung des Herzmuskels (Myokarditis) führen.

Es hat sich daher bewährt, nach Symptomfreiheit noch einige Tage bis hin zu zwei Wochen mit den Training zu warten, abhängig davon, wie schwer die Erkrankung war und wie geschwächt man sich noch fühlt.

Regelmäßiges Training macht bei Erkältungen entspannter

Wer regelmäßig trainiert und über einen langen Zeitraum peu á peu seine Leistungsfähigkeit gesteigert hat, trainiert auch sein Immunsystem und braucht sich bei einer Erkältung keine Gedanken um Rückschritte zu machen. Die körperliche Leistung sinkt während der Erkrankung nur kurzzeitig und kommt mit Beginn des Trainings schnell wieder zurück. Das ist wie ein Memoryeffekt, der bei einer Erkältung gelassen stimmen kann.

 

Geplanter Wiedereinstieg ins Training

Wichtig ist dann trotzdem ein geplanter Wiedereinstieg ins Training, damit die Routine nicht zu lange unterbrochen wird, was den Neustart erwiesenermaßen immer schwerer werden lässt. Schnell ist der Trainingsbeginn aufgeschoben und es vergehen mitunter einige Monate ohne gesunderhaltendes Training.

Das hilft dem Immunsystem dann ganz und gar nicht, um richtig fit gegen neue Erreger zu werden für den nächsten Angriff.

Autor: Andreas Stübs

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